Posted on 30-01-2008
Filed Under (Neuseeland) by Katharina

Wieder zurück in der Zivilisation!

Nach 5 Tagen ohne jeglichen Luxus, alleine mit meiner besten Freundin Lena und meinem besten Freund, meinem Rucksack, melde ich mich nun endgültig zurück in der Zivilisation!

Der Track war einfach nur fabelhaft! Die Natur atemberaubend! Die Freiheit zum Greifen nah!Aber jetzt muss ich mich erstmal sortieren und nicht alles ungeordnet aus mir heraus sprudeln lassen…

 

Bevor wir unseren Track starteten, mussten wichtige Vorbereitungen getroffen werden. Als erstes mussten wir die Hütten, in denen wir während unseres Tracks schlafen werden, über das „Department of Conservation“,kurz DOC, buchen. Dieses stellte sich als sehr einfach heraus, da die Hütten zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll belegt waren, wie vergleichsweise auf dem Milford Track, wo die Hütten bis April voll ausgebucht sind. Also Glück gehabt!Um etwas mehr Abwechslung in den Track zu bringen, entschieden wir uns den ersten Part mit dem Kajak zurück zu legen, was wiederum gebucht werden musste. Wichtig, wahrscheinlich das Wichtigste, war das Einkaufen und Packen des Rucksacks. Es durfte nicht zu viel sein, aber auch nicht zu wenig, möglichst leicht und platzsparend. Also gab es zweimal Reis mit verschiedenen Soßen und Tüten-Nudeln, Brot, Käse und kleine Snacks. Also keine große Auswahl für die nächsten 5 Tage…Eine Regenjacke, einen Schlafsack, einen Topf, das Gas mit einem Kocher, Teller und Besteck, das Essen, Bikini, Handtuch und Kleider zum Wechseln fanden in meinem Rucksack schließlich Platz und diese Sachen wurden dann, neben Lena, zu meinen treusten Begleitern.

Die Kajaktour:
Angefangen hat unser Trip mit einer geführten Kajaktour von Marahau nach Anchorage. Diese dauerte etwa 4 Std. und führte an der wunderschönen Küste mit dem typischen Beachforest (Palmen, Farnen und Manuka) entlang. Während des Paddelns habe ich die Natur so genossen… Einsame Strände, unberührte Natur und Meer soweit das Auge reicht… *Freiheit*Am Observation Beach, der nur durch den Seeweg zugänglich ist, haben wir eine Mittagspause eingelegt und ein Sandwich und Saft als Stärkung für die „Bad Mile“ zu uns genommen. Die „Bad Mile“ ist dafür bekannt sehr rau zu sein und ziemlich hohe Wellen zu haben und sie wurde ihrem Ruf auch gerecht. Wir mussten stark paddeln, die Richtung gut einhalten und versuchen den hohen Wellen zu entkommen… Zum Glück ist nichts passiert und als die 1,6km vorüber waren, war das Meer nicht wieder zu erkennen. Vom einen auf den anderen Paddelschlag wurde das Meer unbeschreiblich ruhig und wir waren in Anchorage, Torrent Bay, die durch eine Halbinsel von der offenen See geschützt lag. Hier endete dann auch unser Kajaktrip. Abgeschlossen haben wir die Kajaktour mit einer einstündigen Wanderung zu einem Aussichtspunkt, von dem ich über viele einzelne Strände blicken konnte.

Danach bezogen wir die erste Hütte. Alle Hütten waren vom Grundaufbau sehr ähnlich. Sie hatten mehrere Schlafräume, einen Gemeinschaftsraum mit Flächen zum Kochen und ein Toilettenhäuschen einige Meter von der Haupthütte entfernt. Die Schlafräume hatten als „Betten“große Holzgestelle, ähnlich wie Hochbetten, nur lagen dort nicht 2 Leute, sondern jeweils etwa 5-6 Leute auf Matratzen nebeneinander. Der Gemeinschaftsraum hatte natürlich keine Küche oder ähnliches, sondern Platz den mitgebrachten Kocher und das Gas aufzustellen und sich das Essen zu kochen, das man dann an einfachen Sitzgelegenheiten essen konnte. Bei dem Wasser wurde zwischen gefiltertem zum Trinken und Kochen und ungefiltertem für alles andere unterschieden. In der ersten Nacht habe ich dann auch ganz schlecht geschlafen, weil mein „Schlafsack“, eher ein Innlett, zu dünn war und ich die ganze Nacht gefroren habe. Naja, am nächsten Tag starteten wir dann mit Wandern.

 

 

Das Wandern:
Der erste Tag:
Von Anchorage nach Bark Bay, 9.5 km, vorgegebene 3 Std. unsere Zeit 5 Std.

Am ersten Tag starteten wir relativ spät, da wir auf die Low tide (Ebbe) Zeit achten mussten. Diese lag mit 13:42 Uhr ziemlich spät, wobei sich diese Low tide Zeit in den nächsten Tagen immer weiter nach hinten schob. Sehr lustig hat unser Track angefangen, als wir vor lauter Bewunderung des GOLDENEN Strandes zu weit gelaufen sind und den Eingang des Tracks verpasst haben… Durchs hohe Wasser gekämpft und eine nasse Hose riskiert, um festzustellen, dass wir falsch sind. Doch dieser kurze Abstecher hat sich gelohnt!!! Auf einem kleinen Strandabschnitt abgegrenzt lag ein großer Felsen mit einen kleinen Durchgang und es ergab sich ein wirkliches Postkartenbild! Als wir schließlich auf dem richtigen Weg waren, brauchten wir statt den vorgeschlagenen 3 Std. fast 5 Std. um in der Bark Bay Hut anzukommen. Kein Wunder auf dem Weg bot sich eine schöne Aussicht nach der anderen und ich habe so einige Bilder gemacht…Der Weg führte sowohl durch den typischen Beachforest mit Palmen, Farnen und heimischen Baumarten wie Manuka und Kanuka, als auch an traumhaften goldenen Stränden entlang. Als weiteres Highlight mussten wir eine 47m lange Swingbridge (Hängebrücke) über den Falls River überqueren. Obwohl wir von der Hitze etwas müde waren, entschlossen wir uns einen 10minütigen „Umweg“ zum „Falls River Mouth“ auf uns zu nehmen. Dieser Umweg hat sich so richtig gelohnt, da er uns meiner Meinung nach zum schönsten Strand des ganzen Tracks ( meines bisherigen Lebens?) führte…

 

Stellt euch vor ihr klettert einen kleinen Abhang hinunter und sobald ihr den Beachforest verlasst eröffnet sich das Paradies direkt vor euren Augen… Alleine an dem schönsten Strand, den ihr sonst nur von Postern aus der Südsee kennt, dürft ihr nun Pause machen. Euch läuft eine Gänsehaut über den Rücken, weil ihr einen solchen Ausblick nie im Leben erwartet hätte. Dann lauft dir durch den goldenen, warmen Sand direkt auf das türkis-blaue Wasser zu. Traumhaft!!!
Hier sind wir dann auch eine ganze Weile geblieben und haben das Paradies genossen…Den Tag haben wir dann an einem weiteren schönen Strand an unserer Hütte ausklingen lassen. Wir haben uns ins klare, blaue Wasser gestürzt und uns dann auf einer Sandbank trocknen lassen, als und wir „plötzlich“ bemerkten, dass wir von Wasser umzingelt waren. Das Wasser, das vorher Knöchel hoch war, war nun knapp Po hoch! Zurück inder Hütte haben wir dann,wie am Vorabend, wieder Reis gegessen…(Gell Lena, so schnell gibt es bei uns keinen Reis mehr!)

 

 

 

Der zweite Tag:
Bark Bay nach Awaroa, 11,5km, vorgegebene Zeit 4 Std., unsere Zeit 4,5 Std.

Schöne Landschaft mit Beachforest und schönen Stränden. Vom Weg aus konnten wir Tonga Island, ein „Marine Reserve“, sehen und durch verschiedene Schilder erläutert, den Lebensraum der Tiere und Pflanzen besser verstehen. Da manche Teile unseres Tracks am Strand entlang führten, mussten wir uns nach den Ebbe-und Flut Zeiten richten, um das Innlet zu dem richtigen Zeitpunkt überqueren zu können. Deshalb mussten wir öfters die Schuhe aus und an ziehen; einmal war das Wasser zu hoch, dann kamen riesige Muschelbänke, die man barfuß nicht überqueren konnte, dann wieder hohes Wasser. Was ein Akt! Aber ein sicherlich unvergesslicher Teil unseres Tracks!

Abends wurde der Wecker früh gestellt, da wir uns entschlossen das nächste Inlett um 6:00 Uhr statt 15:30Uhr zu überqueren.

 

 

Der dritte Tag:
Von Awaroa über Totaranui nach Whariwharangi,13km, vorgegebene Zeit 4,5 Std., unsere Zeit 4Std.

Wetterwechsel! Sturmwarnungen und heftiger Regen!Alles in allem lässt sich von dieser Wanderung nur berichten, das es nass und ungemütlich war.Bei strömendem Regen sind wir so schnell wie möglich, ohne Umwege und Fotopausen, von A nach B gelaufen. In der Hütte haben wir dann unsere durchnässten Kleider am Ofen getrocknet und geschlafen. Abends war von dem Sturm nichts mehr zu sehen und wir spazierten am schönen Strand entlang. Durch den heftigen Sturm wurden wunderschöne Muscheln angespült und so waren wir dann für längere Zeit beschäftigt…

 

 

Der vierte und letzte Tag:
Wieder zurück nach Totaranui , 7,5km, vorgegebene Zeit 4 Std, unsere Zeit 5 Std.

An diesem Tag mussten wir die Hälfte der Strecke, die wir gestern zurückgelegt hatten, wieder zurück laufen, da die letzte Haltestelle des Wassertaxis in Totaranui lag. Zu Beginn dachten wir, dass es ja bescheuert sei den Track wieder zurück zu laufen, aber nach dem verregneten Tag gestern konnten wir die Landschaft nochmal im Trockenen genießen. Ja richtig, im Trockenen! Das Wetter hat wieder so schnell gewechselt und es war strahlender Sonnenschein und Sonnenbrandgefahr!
Wir haben einen kleinen, lohnenswerten Umweg über den „Separation Point“gemacht, wo Seehunde im Wasser tollten und sich anschließend auf den warmen Steinen aufwärmten. Es war echt süß den putzigen Tieren zuzusehen… Nach einer längeren Pause konnte ich mich trotzdem nur schwer von diesem ruhigen, schönen Ort trennen. Aber auch der weitere Weg war abwechslungsreich und sehenswert. An drei wunderschönen Stränden entlang führte unser Weg nach Totaranui. Bei einem der Strände sind wir durch ein „Fenster“ zu einem Felsen geklettert, den wir schon von Postkarten her kannten. Doch „live“ war dieser Anblick 100 Mal schöner und auch ich habe Postkartenbilder geschossen!
In Totaranui angekommen hatten wir gar nicht mehr so viel Zeit (längerer Stopp an den letzten Stränden) bis das Wassertaxi kam. Ein wirklich winziges Boot mit Platz für 12 Leute brachte uns dann zurück an unseren Ausgangsort der Tour, Marahau.

Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl die komplette Strecke, die ich in den letzten 5 Tagen zu Fuß zurückgelegt habe, vom Boot aus zu sehen. Die 51km waren mit dem Boot so schnell zurückgelegt… kaum zu glauben, dass man dafür 5 Tage gebraucht hat.Auf dem Boot habe ich mich so frei und unabhängig gefühlt, unglaublich!Der Track war wirklich super schön und einfach nur der Überhammer!!!

Mit Worten ist dieser Trip kaum zu beschreiben, deshalb lasse ich euch nun anhand meiner vielen Bilder diese tollen Zeit miterleben…Landkarte Abel Tasman National ParkObservation Beach mit unseren KajaksKüstenlandschaftNach dem Lonely Planet der schönste Strand des Abel TasmanStrandDen Ausblick, den wir ohne unseren Umweg nie gesehen hättenMuschelnBlick vom Track auf das InnletIch am schönsten Strand des TracksDer Abend nach dem heftigen SturmObservation BeachDas FensterDie Awaroa Hut stellvertretend für alle anderen HüttenDen Ausblick, den wir ohne unseren Umweg nie gesehen hättenSwingbridgeMal ohne (Wander-) Schuhe am Strand entlang laufenAussicht über einen großen Teil der KüstenlandschaftKanuka und Manuka, typische Bäume NeuseelandsJa,ich und mein bester FreundSchönster StrandSchöner Ausblick…ich nochmal auf einem BildTraumbildDer Abend nach dem heftigen Sturm“Einsam” den Blick auf das Meer genießen

(5) Comments    Read More   

Comments

Kai on 30 Januar, 2008 at 19:01 #

Wow! Einfach nur WOW!!!
Die Bilder sind der Hammer (vor allem des mit den Flip-Flops *hehe*) und der Bericht läd einen ein zum träumen! ;)
Nochmal danke, dass ihr mich angerufen habt vorgestern! Des hat mich riesig gefreut. Ich vermiss euch beide echt und freu mich schon auf April, wenn ihr wieder da seid!
Hab dich lieb,
Kai ;)


A.&T. on 31 Januar, 2008 at 07:01 #

Beeindruckend, was Du alles erlebst!! So viel Sonne hätte ich jetzt auch gerne!! Dabei fällt mir auf – dieses Jahr wirst Du zwei Sommer erleben!!


Dany on 31 Januar, 2008 at 14:01 #

Oh man, da kann man ja nur neidisch werden. Die Bilder kennt man sonst ja echt nur von Postern. Ich würde gerne mit dir tauschen, dann müsstest du jetzt fürs Examen lernen :-)
Ich wünsche euch noch eine tolle Zeit!
Liebe Grüße Dany


Jassi on 3 Februar, 2008 at 13:02 #

Hi Katharina,
ich bin einfach nur begeistert!!! :-)


eminem on 3 Februar, 2008 at 18:02 #

Beim Lesen deines Berichts habe ich so das Gefühl, dass du zu einer richtigen Abenteuererin geworden bist ! –
Ich freue mich für dich, was du so alles siehst und erlebst … einfach wunderschön ! Hast du auch die putzigen Seehunde fotografiert ?
Auf dem letzten Foto erinnerst du mich an die kleine Meerjungfrau …


Post a Comment
Name:
Email:
Website:
Comments: